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# Industrieproduktion im Juni plus 0,2 Prozent, das Auto trägt den Monat
- URL: https://www.aktienbeobachter.de/industrieproduktion-im-juni-plus-02-prozent-auto-zieht/
- Published: 2026-08-07T06:05:00.000Z
- Updated: 2026-08-18T20:21:34.000Z
- Description: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Juni um 0,2 Prozent. Die Automobilindustrie legte um 3,6 Prozent zu, der Maschinenbau gab um 3,9 Prozent nach.
- Author: Wall Street Wire
- Tags: News, Makro

WIESBADEN. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Juni leicht gestiegen. Gegenüber Mai legte sie real, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag [mitteilte](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26%5F279%5F421.html?ref=aktienbeobachter.de). Zum Vorjahresmonat lag sie kalenderbereinigt um 0,1 Prozent niedriger. Getragen hat den Monat das Auto.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich war die Erzeugung von April bis Juni um 0,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Der Mai wurde nach unten revidiert. Gegenüber April stieg die Produktion nach der Korrektur um 0,7 Prozent. Der vorläufige Wert hatte bei plus 0,9 Prozent gelegen. Kalenderbereinigt lag der Mai zum Vorjahr bei 0,0 Prozent.

Maßgeblich für das Juni-Plus war die Automobilindustrie. Sie erhöhte ihre Ausbringung saison- und kalenderbereinigt um 3,6 Prozent zum Vormonat. Der Sonstige Fahrzeugbau, also Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge, legte um 8,4 Prozent zu. Gegenläufig wirkte der Maschinenbau mit minus 3,9 Prozent. Ohne den Fahrzeugblock wäre das Gesamtergebnis schwächer oder negativ gewesen. Destatis nennt die Autoindustrie ausdrücklich als Träger der positiven Entwicklung.

Die Industrieproduktion im engeren Sinn, das Produzierende Gewerbe ohne Energie und Bau, blieb gegenüber Mai unverändert (0,0 Prozent). Konsumgüter stiegen um 1,0 Prozent, Investitionsgüter um 0,2 Prozent. Vorleistungsgüter sanken um 0,9 Prozent. Außerhalb der Industrie nahm die Energieerzeugung um 1,9 Prozent zu, die Bauproduktion um 0,1 Prozent. Zum Vorjahresmonat Juni 2025 lag die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 0,8 Prozent niedriger.

Damit tritt der Kern der Fabriken auf der Stelle, während zwei Fahrzeugzweige das Aggregat nach oben ziehen und der Maschinenbau es nach unten zieht. Vorleistungsgüter, oft ein früher Konjunkturanzeiger, gaben nach. Konsumgüter hielten dagegen. Energie und Bau verhinderten, dass das Produzierende Gewerbe insgesamt ins Minus rutschte.

In den energieintensiven Zweigen ging die Erzeugung im Juni um 1,8 Prozent zum Vormonat zurück. Im Dreimonatsvergleich lag sie von April bis Juni um 2,5 Prozent über den drei Monaten zuvor. Gegenüber Juni 2025 war sie kalenderbereinigt um 2,2 Prozent höher. Der Monat schwächt, die längeren Fenster bleiben positiv. Die fünf Branchen, die Destatis als energieintensiv führt, verbrauchten im Basisjahr 2021 zusammen 77 Prozent der industriellen Energie und erbrachten 17 Prozent der industriellen Bruttowertschöpfung. Damals beschäftigten sie rund 930.000 Menschen in etwa 7.000 Betrieben.

Die Veränderungsraten beruhen auf dem Produktionsindex, Basis 2021 gleich 100\. Saison und Kalender werden mit X13 JDemetra+ bereinigt. Im Januar 2026 hat das Güterverzeichnis GP 2026 das Verzeichnis von 2019 abgelöst. Die Abgrenzung der Wirtschaftszweige nach WZ 2008 blieb unverändert. Die Umstellung betrifft lediglich die interne Zuordnung der produzierten Güter auf die Viersteller. Für die hier genannten Zweige und Aggregate ändert sich dadurch nichts.

Das Amt erinnert an die Vergleichszeiträume. Für die kurzfristige Lage zählt der saison- und kalenderbereinigte Vormonatsvergleich. Der Vorjahresvergleich dient dem Niveau und ist von Saison und Kalender unabhängig. Die Juni-Zahlen sind vorläufig. Der Mai zeigt, wie stark eine erste Meldung nachfassen kann: aus plus 0,9 wurden plus 0,7 Prozent.

Für die Einordnung bleibt der Juni ein Zwischenstand, kein Umschwung. Ein Plus von 0,2 Prozent nach einem nach unten revidierten Mai, ein Vorjahresrückstand von 0,1 Prozent und eine Industrie im engeren Sinn bei null beschreiben eine Seitwärtsbewegung, die das Auto einen Monat lang überdeckt. Ob der Fahrzeugbau den Juli wieder trägt, steht in der nächsten Meldung. Der Maschinenbau mit minus 3,9 Prozent und die energieintensiven Zweige mit minus 1,8 Prozent zum Vormonat zeigen, dass der Kern der Investitions- und Grundstoffgüter den Monat nicht getragen hat.

Das Bild des Monats bleibt gespalten. Das Auto und der Sonstige Fahrzeugbau ziehen, der Maschinenbau bremst, die energieintensiven Zweige geben im Monat nach und halten im Dreimonats- und Jahresvergleich ein Plus. Die Industrie im engeren Sinn stagniert. Wer den Juni als Trend liest, unterschätzt die Mai-Revision und die Konzentration des Zuwachses auf zwei Fahrzeugzweige. Lange Reihen stehen in GENESIS-Online, Tabelle 42153-0001\. Der Index der energieintensiven Zweige reicht dort nun bis 2005 zurück. Bis zur Juli-Veröffentlichung gilt: plus 0,2 Prozent insgesamt, plus 3,6 Prozent im Fahrzeugbau, minus 3,9 Prozent im Maschinenbau.