30-jährige US-Rendite schließt die Woche bei 5,26 Prozent, höchster Stand seit 2007
Am langen Ende stehen US-Staatsanleihen weiter unter Abgabedruck. Die jüngste 30-Jahr-Auktion wurde bei 5,216 Prozent zugeschlagen, dem höchsten Satz dieser Laufzeit seit 2001.
Die 30-jährige US-Rendite hat die Woche bei 5,26 Prozent geschlossen. Das ist der höchste Stand seit Juni 2007. Am langen Ende standen US-Staatsanleihen weiter unter Abgabedruck, obwohl die jüngsten Inflationsdaten keinen neuen Schub zeigten.
Am Donnerstag hat das Finanzministerium 30-jährige Anleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar versteigert. Zugeschlagen wurde bei 5,216 Prozent, dem höchsten Satz dieser Laufzeit seit 2001. Die Nachfrage galt als ordentlich, der Preis, den der Staat zahlte, als der höchste seit einem Vierteljahrhundert.
Der Zuschlag lag knapp über dem Niveau unmittelbar vor der Abgabefrist um 13 Uhr in New York. Die Nachfrage blieb damit etwas hinter den Erwartungen zurück. Das Verhältnis der Gebote zum Emissionsvolumen lag bei 2,39 und damit nahe dem Schnitt der vergangenen sechs vergleichbaren Auktionen von 2,36.
Einen Tag zuvor wurde die zehnjährige Anleihe über 42 Milliarden Dollar bei 4,683 Prozent zugeschlagen, dem höchsten Finanzierungssatz dieser Laufzeit seit 2007. Zusammen markiert die Refinanzierungswoche teure Konditionen am mittleren und langen Ende.
Im Sekundärmarkt schloss die 30-jährige Rendite die Woche bei 5,2610 Prozent und lag damit 5,60 Basispunkte über der Vorwoche. Die zehnjährige Rendite beendete den Freitag bei 4,6940 Prozent, plus 4,30 Basispunkte zur Vorwoche. Die zweijährige Rendite fiel um 3,10 Basispunkte auf 4,1750 Prozent. Die Spanne zwischen zehn und zwei Jahren weitete sich auf 51,90 Basispunkte, den größten Abstand seit Mitte Mai.
Das lange Ende stieg in sechs der vergangenen sieben Wochen seit Juli. Selbst nach den Juli-Daten zu Verbraucher- und Erzeugerpreisen, die den Inflationsdruck dämpften, hielt die Entlastung am langen Ende nicht. Zum Wochenende zogen die langen Renditen wieder an, obwohl der Einzelhandel im Juli schwach ausgefallen war.
Mehrere Kräfte wirken parallel. Anleger verlangen Ausgleich für ein wachsendes Angebot an Staatsanleihen bei weiterhin hohen Defiziten. Die Federal Reserve ist kein großer Käufer mehr. Zugleich konkurriert Unternehmensverschuldung für KI-Infrastruktur um dasselbe langfristige Kapital. Traditionelle, preisunempfindliche Käufer wie Reservemanager haben an Gewicht verloren. Wer zuletzt kauft, ist preissensibel und verlangt einen Aufschlag.
Gennadiy Goldberg von TD Securities sagte, am langen Ende gebe es Gegenwind. Die Platzierung der neuen Papiere zeige aber, dass Nachfrage vorhanden sei, nur zu einem Preis. Michal Stanczyk von Allspring Global Investments warnte, gut gedeckte Auktionen seien nicht mit strukturell starker Nachfrage nach langen Laufzeiten zu verwechseln. Solange der Markt einen Zuschlag für Inflations- und Fiskalrisiken verlangt, könnten lange Renditen selbst bei gedeckten Auktionen von der Marke 5 Prozent wegwandern.
Das Finanzministerium hat in der jüngsten Quartalsmitteilung zur Refinanzierung die Formulierung geändert. Statt möglicher künftiger Erhöhungen der Auktionsvolumina bei Kuponanleihen und variabel verzinslichen Papieren prüft es nun mögliche Änderungen. Der Markt liest das als Spielraum für kleinere Volumina am langen Ende. Ob das kommt, ist offen.
Die 30-jährige Anleihe ist Referenz für lange Unternehmensanleihen, für hypothekenbesicherte Papiere und für Diskontsätze von Pensionsfonds und Versicherern. Ein Zuschlag von 5,216 Prozent beschreibt eine Kurve, die am hinteren Ende deutlich steiler geworden ist, während das kurze Ende auf weichere Inflationsdaten reagiert. Das passt zu einem Markt, der die Notenbank nahe der aktuellen Haltung sieht, für 30 Jahre Laufzeit aber mehr Ausgleich verlangt.
Nächste Termine liegen nach dem Wochenende. Die Minuten der Julisitzung des Offenmarktausschusses und eine 20-jährige Auktion stehen in der kommenden Woche an. Für den Freitagsschluss zählt der Befund: 5,26 Prozent am langen Ende, so hoch wie seit 2007 nicht, nach einer 30-Jahr-Auktion zum teuersten Satz seit 2001.