Iran-Frist läuft ab, Brent schließt bei 90,87 Dollar

Die 60-Tage-Vereinbarung vom 17. Juni wird nicht verlängert. WTI schließt bei 84,50 Dollar. Die 30-jährige US-Rendite notiert am Montag bei 5,311 Prozent.

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Iran-Frist läuft ab, Brent schließt bei 90,87 Dollar

Die 60-tägige Vereinbarung zwischen den USA und Iran ist am Montag ausgelaufen. Beide Seiten haben eine Verlängerung ausgeschlossen. Brent schloss bei 90,87 Dollar je Fass, WTI bei 84,50 Dollar. Die 30-jährige US-Rendite notierte bei 5,311 Prozent.

Die Absichtserklärung vom 17. Juni sollte die Straße von Hormus öffnen, während über ein endgültiges Abkommen zum iranischen Nuklearprogramm verhandelt wird. Die Frist von 60 Tagen endete am Montag. Eine Verlängerung kam nicht zustande.

Irans Außenamtssprecher Esmail Baghaei schloss Gespräche über eine Verlängerung aus, berichtete die staatliche Agentur Tasnim. Man habe überhaupt keine Verhandlungen begonnen. Die USA hätten die Verständigung von Anfang an verletzt. Deshalb sei die 60-Tage-Frage nicht relevant.

Präsident Donald Trump sagte später im Weißen Haus, er wolle die Waffenruhe mit Iran nicht verlängern. Zuvor hatte er in einem Interview mit Fox News eine Kapitulation Teherans verlangt. Ein ranghoher iranischer Offizieller sagte der Agentur Reuters, Teheran werde in die Offensive gehen statt sich auf Verteidigung zu stützen, falls die Diplomatie mit Washington scheitere.

Rohöl stieg. US-Rohölfutures (WTI) gewannen 2,6 Prozent und schlossen bei 84,50 Dollar je Fass. Brent, die internationale Sorte, legte 2,7 Prozent zu und schloss bei 90,87 Dollar. Die Preise zogen an, nachdem Iran und die USA eine Verlängerung der Juni-Vereinbarung ausgeschlossen hatten.

Der iranische Offizielle sagte Reuters, iranische Stellen müssten bereit sein, die Spannungen in der Straße von Hormus und der weiteren Region zu erhöhen. Teheran sei bereit, auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Angaben zum Schiffsverkehr der Meerenge nannte CNBC mit Verweis auf Kpler: Am Sonntag querten drei Schiffe die Enge, der Fünf-Tage-Schnitt lag bei 12. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar seien es rund 130 Schiffe gewesen.

Bob McNally, Präsident von Rapidan Energy, erwartet, dass Brent wieder in Richtung 100 Dollar je Fass steigen kann, wenn China mehr importiert. China habe die Einfuhren um 4 Millionen Barrel pro Tag auf 5 Millionen Barrel gedrückt. Das habe die Notierungen während des Iran-Kriegs gedämpft. Peking werde Raffinerien voraussichtlich wieder mehr Importe erlauben, um von hohen Produktpreisen zu profitieren. Eine Rückkehr Chinas von dieser Drosselung passe nicht zu stabilen Brent-Preisen, sagte McNally.

Am Anleihemarkt zogen die Renditen mit dem Öl an. Die 30-jährige US-Rendite stieg um mehr als 4 Basispunkte auf 5,311 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Juni 2007, berichtete CNBC. Die zehnjährige Rendite lag mehr als 2 Basispunkte höher bei 4,724 Prozent. Die zweijährige Rendite stieg um mehr als 1 Basispunkt auf 4,182 Prozent.

Strategen von Barclays sehen den Anstieg der Sätze weniger bei der Inflation als beim US-Haushaltsdefizit, bei hoher Emission rund um künstliche Intelligenz, die mit US-Staatsanleihen konkurriert, und bei höheren Laufzeitprämien. Anshul Pradhan, Leiter US-Zinsresearch bei Barclays Capital, schrieb am Montag, bemerkenswert sei nicht, dass diese Kräfte existierten, sondern dass sie den Impuls einzelner schwacher Daten überdeckten. Drei unabhängige Veröffentlichungen in diesem Monat hätten für niedrigere Renditen gesprochen. Das lange Ende sei trotzdem gestiegen.

Am Freitag waren die Renditen bereits gestiegen, nachdem der Einzelhandel im Vormonat überraschend um 0,6 Prozent gefallen war. Zuvor war der Erzeugerpreisindex im Juli zum Vormonat unverändert geblieben. In der vergangenen Woche hatte das Finanzministerium das monatliche Haushaltsdefizit auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren beziffert. Medicare-Kosten und Zinsen auf die Bundesschuld trugen dazu bei. Die Summe im bisherigen Haushaltsjahr übertrifft den Vorjahreszeitraum.

Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise, schrieb am Montag, Anleger bewerteten US-Staatsanleihen am langen Ende zunehmend über die längerfristige Fiskaltragfähigkeit und weniger über Inflation, Geldpolitik und Wachstum. Als Nächstes wartet der Markt auf die Minuten der Julisitzung des Offenmarktausschusses am Mittwoch. Die Fed hatte die Sätze am 29. Juli mit 9 zu 3 Stimmen zwischen 3,5 und 3,75 Prozent belassen. Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) votierten für eine Anhebung um 25 Basispunkte.

Für den Montag bleibt der Marktbefund zweifach: Die Juni-Frist ist ohne Verlängerung abgelaufen, Brent schließt bei 90,87 Dollar, WTI bei 84,50 Dollar. Parallel notiert die 30-jährige US-Rendite bei 5,311 Prozent, so hoch wie seit 2007 nicht.