Deutsche Exporte im Juni auf Rekord, das US-Geschäft bricht ein

Die Ausfuhren erreichten 139,3 Milliarden Euro, ein bereinigter Rekord. Die Exporte in die Vereinigten Staaten sanken um 14,2 Prozent.

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Deutsche Exporte im Juni auf Rekord, das US-Geschäft bricht ein

WIESBADEN. Die deutschen Exporte haben im Juni einen Rekord erreicht, während das Geschäft mit den Vereinigten Staaten einbrach. Kalender- und saisonbereinigt führte die Wirtschaft Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro aus, 0,9 Prozent mehr als im Mai und 6,6 Prozent mehr als im Juni 2025, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Noch nie war in einem Monat ein höherer bereinigter Ausfuhrwert gemessen worden. Der bisherige Höchststand stammte aus dem September 2022 und lag bei 139,1 Milliarden Euro.

Die Importe stiegen kräftiger, um 4,4 Prozent zum Vormonat und um 8,4 Prozent zum Vorjahr, auf 123,9 Milliarden Euro. Einen höheren Importwert hatte es zuletzt im November 2022 mit 126,5 Milliarden Euro gegeben. Der Außenhandelsüberschuss fiel auf 15,4 Milliarden Euro, nach 19,3 Milliarden Euro im Mai und 16,4 Milliarden Euro im Juni 2025. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am Freitag, in dem Importplus spiegelten sich auch höhere Ölpreise. Destatis selbst legt sich zu den Gründen nicht fest. Aussagen dazu seien wegen noch fehlender Detailergebnisse zu diesem frühen Zeitpunkt nicht möglich.

Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden 3,7 Prozent mehr Waren ausgeführt und 4,4 Prozent mehr eingeführt als ein Jahr zuvor. Der Halbjahresüberschuss lag bei 105,0 Milliarden Euro, nach 105,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren summierten sich auf 816,6 Milliarden Euro, die Einfuhren auf 711,6 Milliarden Euro.

Die meisten Exporte gingen im Juni in die Vereinigten Staaten. Dorthin flossen bereinigt Waren für 12,1 Milliarden Euro, 14,2 Prozent weniger als im Mai und 1,2 Prozent weniger als im Juni 2025. Die USA bleiben der größte Einzelmarkt, aber der Monat war ein Bruch. Die Ausfuhr ins Vereinigte Königreich stieg um 7,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Die Ausfuhr nach China sank um 0,3 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro.

Bei den Importen führte China. Von dort kamen Waren für 16,5 Milliarden Euro, 9,1 Prozent mehr als im Mai. Die Einfuhren aus den Vereinigten Staaten sanken um 9,6 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Aus dem Vereinigten Königreich kamen 16,7 Prozent weniger, 3,2 Milliarden Euro.

In die Europäische Union wurden Waren für 79,3 Milliarden Euro ausgeführt und für 63,6 Milliarden Euro eingeführt. Gegenüber Mai stiegen die EU-Exporte um 1,3 Prozent, die EU-Importe um 7,4 Prozent. In die Eurozone gingen 55,3 Milliarden Euro (plus 1,2 Prozent), hereinkamen 42,8 Milliarden Euro (plus 7,5 Prozent). In die übrigen EU-Staaten flossen 24,1 Milliarden Euro (plus 1,8 Prozent), hereinkamen 20,8 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent).

Die Drittstaaten nahmen Waren für 60,0 Milliarden Euro auf, 0,3 Prozent mehr als im Mai. Die Importe von dort stiegen um 1,4 Prozent auf 60,3 Milliarden Euro. Im Halbjahr liegen die EU-Ausfuhren um 7,5 Prozent über dem Vorjahr, die Drittstaatenausfuhren um 0,9 Prozent darunter. Die Ausfuhr in die Vereinigten Staaten ist im Halbjahr um 5,8 Prozent gesunken, die nach China um 12,3 Prozent.

Unbereinigt, also in Originalwerten, wurden im Juni Waren für 147,0 Milliarden Euro ausgeführt und für 128,2 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 13,9 Prozent und 14,0 Prozent mehr als im Juni 2025. Der nominale Überschuss lag bei 18,8 Milliarden Euro, nach 16,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Destatis warnt davor, bereinigte und nominale Reihen zu mischen. Es handelt sich um errechnete fiktive Werte einerseits und um Ursprungszahlen andererseits.

Die Ergebnisse sind vorläufig. Vollständige Detailtabellen folgen am 20. August. Bis dahin bleibt der Befund des Freitags: Rekordausfuhr von 139,3 Milliarden Euro, Importschub auf 123,9 Milliarden Euro, schmalerer Überschuss, ein um 14,2 Prozent eingebrochenes US-Geschäft und ein China-Handel, der auf der Importseite wächst und auf der Exportseite tritt.